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Dienstag, 26.01.2010 | Hits: 542 | Kategorie: Politik & Kultur

Solidaritätskundgebung für die verfolgten Christen in Ägypten und dem Nahen Osten am 23.01.2010 in Wiesbaden

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

am vergangenen Samstag fanden sich etwa 700 Demonstranten auf dem Mauritiusplatz in der Wiesbadener Innenstadt zusammen, um unter dem Motto "Stoppt die Christenverfolgung im Nahen Osten" ihre Solidarität zu bekunden - unter ihnen auch viele Aramäer.

Im Anhang ein Bericht von Klaus Lelek, dem an dieser Stelle zu danken ist.

Ein kurzes Video und weitere Info´s unter:

http://www.youtube.com

http://www.pi-news.net/2010/01/wiesbaden-demo-fuer-getoetete-kopten-in-aegypten/#more-114267

 

Mit den besten Wünschen

Daniyel Demir, Generalsekretär
Bundesvorstand
Föderation der Aramäer in Deutschland

 

 

 „Warum schweigt ihr!?“
 
Koptendemo in Wiesbaden - Die Reihen schließen sich!
 
Beobachtungen am Rande der Demonstration „Stoppt die Christenverfolgung im Nahen Osten“ 
 
Bei der letzten Demonstration koptischer Christen in Frankfurt April 2006 waren die Teilnehmer so zurückhaltend, daß sie von einem Polizisten des Ordnungsamtes aufgefordert wurden, doch die Straße zu benutzen, die man extra für sie gesperrt hatte. 
Am Samstag, den 23. Januar 2010 hatten die Ägypter ihre Schüchternheit vollkommen überwunden.  Lautstark und mutig demonstrierten sie in der Wiesbadener Fußgängerzone rund um den Mauritiusplatz gegen die zunehmende Unterdrückung und Gewalt der muslimischen Mehrheitsgesellschaft. Auf Plakaten und einer Großbildleinwand zeigten sie den ahnungslosen deutschen Passanten die Bilder des entsetzlichen Massakers nach dem Weihnachtsgottesdienst. Menschen mit weg geschossenen Gesichtern, blutüberströmten Körpern, klaffenden Wunden... 
Bilder wie aus einem Krieg. Keine Taten verwirrter Einzeltäter, sondern ein strategisch wohlüberlegter heimtückischer Überfall. Mit dem Ziel so viele Menschen wie möglich zu töten. Angeheizt durch eine flächendeckende öffentliche Propaganda. Die Front rückt näher. Sie hat auch Deutschland erreicht. Immer mehr Kopten und Aramäer flüchten vor dem islamistischen Terror nach Europa und werden hier mit einer hedonistischen gleichgültigen Öffentlichkeit konfrontiert, die eher mit dem Umfeld der Täter sympathisiert. So glänzten, wie nicht anders zu erwarten, die Vertreter der Amtskirchen, durch Abwesenheit. Unterstützung fanden die Veranstalter dagegen von der CDU und einem Vertreter der IGFM. 
 
„Warum schweigt ihr!“ war auf einem der Plakate zu lesen. Fazit: Die Front rückt näher, aber die Reihen schließen sich. So boten die etwa 700 Teilnehmer der  Kundgebung ein echtes Bild multikultureller Solidarität. Erstmals demonstrierten in Wiesbaden Kopten, Aramäer, unterschiedlichster Herkunftsländer und auch Konfessionen zusammen mit deutschen Unterstützern gegen die Flächen deckenden  Christenverfolgungen  im Nahen Osten und der Türkei. Auch mehrere Armenier waren unter den Demonstranten. Einer von Ihnen schwenkte die Armenische Flagge. 
Die deutschen Unterstützer, allen voran die christliche Organisation „Himmel über Frankfurt“ - selbst ein buntes Häuflein unterschiedlichster Nationalitäten - aber auch Mitglieder der BI gegen den Hausener Moscheebau, sowie zahlreiche nicht organisierte Sympathisanten, bildeten gleichsam die Brücke zur Wiesbadener Öffentlichkeit. Das kam auch optisch gut rüber, und wurde auch vom Hessischen Rundfunk registriert, wenn auch nicht gesendet. 
Die Botschaft lautet: Hier trauern nicht nur Kopten und Aramäer um ihre Toten. Diese Greueltaten gehen auch uns Deutsche etwas an. Vor allem die verhaltene Reaktion der Medien, Kirchen und Politiker nach diesen Vorfällen macht den meisten Angst. Eine Teilnehmerin der Demonstration, die früher zur DDR-Bürgerrechtsbewegung gehört hat, fühlt sich angesichts des Schweigens an den ehemaligen Stasi-Staat erinnert.       
Ein deutliches Indiz, daß der Protest der Kopten eine neue Qualität bekommen hat, ist das öffentliche Auftreten ihrer Kirchenvertreter bei einer Demonstration. Sowohl der Abt des Klosters in Kröffelbach – nach Höxter die größte Dependance der Kopten in Deutschland, als auch Pfarrer der Gemeinde in Frankfurt, gedachten der Opfer. Dass diese, politisch stark unter Druck stehenden, sehr zurückhaltenden  Gemeindehirten sich vor die Kamera wagen, ist ein deutliches Signal vor allem an die Amtskirchen. Die Situation der Christen im Nahen Osten ist viel dramatischer, als von der deutschen Gesellschaft wahrgenommen. Umso unerträglicher und infamer sind alle Versuche von Vertuschung und Verharmlosung. Das Flugblatt, das die Kopten und ihre deutschen Freunde in der Fußgängerzone von Wiesbaden verteilten, prangert eine lückenlose Verfolgung seit den 70er Jahren an. Brennende Kirchen, vergewaltigte Frauen, Entführungen, Morde, Morde, Morde. Wer hierzu schweigt, der macht sich mit schuldig.     
 
 
Klaus Lelek
PS: Der Autor war Mitorganisator der letzten Koptendemo im April 2006  

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