
Die Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland (FASD) e.V. ruft hiermit alle Personen, Parteien und Organisationen unseres Volkes dazu auf, gemeinsam gegen die Bedrohung des Klosters vorzugehen.
Nicht nur die Enteignung durch die Vermessungen des Katasteramts steht auf dem Spiel, sondern auch der endgültige Verbot des Unterrichts und des gesamten Klosterlebens. Um der Gefahr, mit der das Kloster Mor Gabriel derzeit konfrontiert ist, entgegen zu wirken, rufen wir alle auf, etwas dagegen zu unternehmen.
Das 1.600 Jahre alte Kloster Mor Gabriel wird derzeit mit drei Gerichtsverfahren konfrontiert. Eines wegen der klostereigenen Grundflächen, die als Wald ausgewiesen und damit dem Staat übereignet werden sollen. Das andere wegen der Beanspruchung von Grundflächen, die angeblich dem Kloster nicht zustehen, angestrengt von Dorfschützern der umliegenden Dörfer. Schließlich das letzte Verfahren, das nach Informationen der FASD vom Staatsanwalt geführt wird. Das Kloster wird hier angeklagt, illegal Klosterschüler zu beherbergen und in Religion und aramäischer Sprache zu unterrichten.
In allen drei Verfahren fanden bereits Termine statt, alle drei wurden vertagt. Die nächsten Gerichtstermine sind allesamt um die Weihnachtsfeiertage gelegt: 19., 24., und 30. Dezember.
Das Kloster Mor Gabriel ist nicht nur das geistige und kulturelle Zentrum der Syrisch-Orthodoxen Kirche, sondern auch ein lebendiges Zeichen für das gesamte Christentum im Osten der Türkei. Aus eigener Kraft kann es der Bedrohung durch die Dorfschützer und der Schließung nicht entgehen. Dabei geht es nicht nur um den Grund und Boden, der durch das Katasteram erfasst werden soll, sondern auch um die von den Dorfschützern ausgesprochenen Drohungen. Welche Folgen eine von den politischen und religiösen Führern angestachelte Situation für die aramäische Bevölkerung vor Ort hat, zeigt allein ein Rückblick in die nähere Vergangenheit.
Die FASD hat bereits Gespräche mit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aufgenommen. Des Weiteren steht die FASD derzeit in Kontakt mit hochrangigen Politkern. Damit die Bemühungen aber Erfolg versprechen, muss unser Volk in Deutschland an einem Strang ziehen. Dazu ist die FASD bereit. Nur durch ein gemeinsames Auftreten kann in einer solchen Situation die nötige Stärke gezeigt werden, um den türkischen Staat zum Umdenken zu bewegen und an die Vielfalt seines Landes zu erinnern, die nicht für nationalistische Ziele geopfert werden darf. Es gilt nicht nur schnell, sondern auch effektiv zu handeln.
Wir rufen alle Personen, Parteien und Organisationen unseres Volkes und der europäischen Öffentlichkeit auf, die die Menschenrechte und die Geschichte des Christentums wahren wollen, gemeinsam gegen eine Schließung von Mor Gabriel und für ein Leben im Kloster ohne staatliche Zwänge ihre Stimme zu erheben.
Die FASD plant in den kommenden Wochen Aktionen und ruft alle auf, sich gemeinsam daran zu beteiligen – über alle Grenzen hinweg!
Wer Interesse an einer Mitarbeit hat oder über die Aktionen informiert werden will, möge sich
bei uns melden:
